Rike Beck

Rike Beck

[Künstlerbiographie]



Rike Beck ist Künstlerin und Wissenschaftlerin. Sie studierte an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle und schloss 2007 ihr Studium mit Auszeichnung ab. Der Fokus ihrer Arbeit liegt auf der engen Beziehung zwischen Wahrnehmung, Erinnerung, den verschiedenen Identitätsebenen und deren Ausdruck. Rike Beck lebt in Berlin, ihre Arbeiten werden international publiziert und ausgestellt.

Als Mitglied des 'Design Research Labs' an der Universität der Künste Berlin und der 'Silk Road Fashion' - Forschungsgruppe des Deutschen Archäologischen Instituts arbeitet sie mit den Spuren und persönlichen Objekten Verstorbener. Schweigend tragen diese gut erhaltenen, mumifizierten Körper Informationen über ihr vergangenes Leben mit sich. Mithilfe von Rekonstruktionstechniken extrahiert sie Informationen über Identität, persönliche Biografie und Kultur der Verstorbenen.

Mittels verschiedener Medien wie Collage, Malerei, Text, Grafik und Textilien erforscht Rike Beck die Struktur und Komposition von Identität. Dabei erkundet sie die unmittelbare Verbindung zwischen Vergangenheit und Erinnerung zur individuellen Wahrnehmung und dem kreativen Schaffensprozess. Sie untersucht die verschiedenen Stadien der Beziehung zu einer künstlerischen Arbeit, angefangen vom kreativen Prozess des Künstlers bis hin zur Verbindung zwischen fertigem Werk und Betrachter. Sie experimentiert mit den Effekten verschiedener Medien und dem Einfluss unterschiedlicher Materialien auf den künstlerischen Ausdruck und untersucht, wie verschiedene Kontexte die Bedeutung einer kreativen Arbeit verändern können.

Rike Becks Arbeiten sind sowohl im staatlichen Besitz als auch privater Hand.

 

 

[Künstlerstatement]

Durch meine Arbeit erschaffe ich einen imaginären Raum, in welchem die Dinge in ihrer Schönheit und ihren Kontrasten zwischen den Gegensätzen existieren. Dieser Raum besteht aus Gedanken, Erinnerungen und Momentaufnahmen, wie ein inneres Archiv oder eine fiktive Bibliothek. Archive sind nicht objektiv - so wenig wie wir selbst

Mittels verschiedener Materialien wie Collage, Text, Malerei, Graphik und Textilien untersuche ich die Komposition und Struktur von Identität. Die Materialien dienen mir dabei als Analogien und erlauben mir den Spielraum zwischen den Gegensätzen zu untersuchen und Ideen über die Verschiebung von Wahrnehmung durch veränderte Kontexte zu entwickeln.

Wenn ich ein Thema künstlerisch bearbeite und reflektiere, transformiert es sich für mich unvermeidlich in eine schöpferische Übung, in welcher ich spielerisch Fragmente auswähle, verändere und hinzufüge, um so eine eigene fiktive Version zu erschaffen. Durch diese Metamorphose wird alles zu einer Geschichte - eine Geschichte, die sich ein anderer zu eigen machen kann.

Ich erzähle Geschichten über die Veränderung zwischen den Gegensätzen: Über Schönheit und Hässlichkeit, Alltag und Fiktion und wie diese ihren Platz und ihre Bedeutung ändern. Ich arbeite über die Konzepte von Identität zwischen dem Eigenen und dem Anderen, von Ideen und Entscheidungen und den verschiedenen facettenreichen und nuancierten Kapiteln und Momenten von flüchtiger Schönheit und unablässiger Veränderung.